Freitag, 29.09.2017

11:15 - 11:45

N 108

S29-07

Sektion III und IV meets Sektion I

Moderation: E.-M. Kessler, Heidelberg; K. Hämel, Bielefeld

11:15
Warum altern unsere Gefäße - sind Radikale beteiligt?
S29-07-01 

J. Haendeler, Düsseldorf

Die Aufklärung der intrazellulären Mechanismen, die kardiovaskulären Alterungsprozessen und alters-assoziierten Erkrankungen zugrunde liegen, erscheint vor dem Hintergrund der immensen Kosten, die durch diese Krankheiten verursacht werden, absolut notwendig. Schon Thomas Sydenham (1624-1689), der „englische Hippokrates“, dem der Ausspruch "A man is as old as his arteries" zugeschrieben wird, erkannte, dass kardiovaskuläre Erkrankungen für einen Großteil der Mortalität im Alter verantwortlich sind. Diese heute durch Statistiken zur Sterblichkeit untermauerte These zeigt, wie wichtig ein tieferes Verständnis der molekularen Mechanismen, die den physiologischen und pathologischen Funktionen des Endothels zugrunde liegen, ist. Zugleich steigt das Interesse an Befunden und ableitbaren ‚Anti-Ageing Mitteln’ sowie Lebensstilinterventionen für ein Herausschieben des Alterungsprozesses an. Die Komplexität der Erkenntnisse der Grundlagenforschung gilt es jedoch zu verstehen. Unsere Arbeitsgruppe hat in der Grundlagenforschung den Schwerpunkt auf verschiedene Proteine gelegt, von denen wir mittlerweile wissen, dass diese für die Funktionen des Endothels wesentlich sind und deren Menge oder Aktivität mit dem Alter reduziert ist. Die Aufklärung der molekularen Mechanismen, die im Alter oder durch Umwelteinflüsse beeinflusst werden, stellt einen wesentlichen Beitrag zum Schutz gegen die Entstehung oder Progression kardiovaskulärer Krankheiten dar. Hierbei spielen Sauerstoffradikale eine Schlüsselrolle in der Aufrechterhaltung der Integrität und Funktionalität der Grenzschicht zwischen Blutfluss und Gewebe. Proteine, die durch diese Radikale beeinflusst werden, spielen eine wesentliche Rolle bei kardiovaskulären Erkrankungen und beim Alterungsprozess. Unsere und auch viele andere Studien in den letzten Jahren zeigen aber, dass die klassische Aufklärung der Genexpression durch die häufig angewandte Transkriptomanalyse nicht ausreicht, um die molekularen Mechanismen zu verstehen, da die Funktionen von Proteinen nicht nur von Ihrer Menge, sondern auch abhängig von ihrer Lokalisation und ihren Bindungspartnern in der Zelle sind. Außerdem ist anzumerken, dass diese beiden Parameter abhängig vom Zelltyp variieren können, was eine zielgerichtete Therapie möglicherweise noch erschwert. Zum Abschluss wird diskutiert das es keine einfachen Antworten auf die Frage gibt warum unsere Gefäße altern.

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